Fußbodenheizungen erfreuen sich vor allem in der kalten Jahreszeit großer Beliebtheit, nicht zuletzt aufgrund ihrer vorteilhaften Art des Heizens. Während herkömmliche Heizkörper Wärme produzieren, die nach oben steigt, um dann nach dem Abkühlen wieder zu Boden zu sinken, verteilt sich die von der Fußbodenheizung erwärmte Luft ideal im Raum und es geht weniger Energie verloren.

In diesem Ratgeber erfahren Sie alles Wissenswerte rund um das Thema Fußbodenheizung. Von der Funktionsweise bis hin zu Vorteilen und Möglichkeiten – wir klären über diese moderne und effiziente Heizart auf!

Inhaltsverzeichnis

  1. Funktionsweise einer Fußbodenheizung
  2. Fußboden-Systeme
  3. Nass- oder Trockensystem?
  4. Weitere Möglichkeiten der Fußbodenheizung
  5. Die Wahl des Bodenbelags
  6. Vorteile der Fußbodenheizung
  7. Nachteile der Fußbodenheizung
  8. Fußbodenheizung nachrüsten?

Funktionsweise einer Fußbodenheizung

Bei einer Fußbodenheizung handelt es sich um eine Flächenheizung, welche sich über die gesamte Bodenfläche erstreckt. Warmwasserleitungen im Fußboden ermöglichen die optimale und vor allem gleichmäßige Wärmeverteilung.

Die Leitungen befinden sich in einem sogenannten Trägersystem, das für einen festen Sitz sorgt. Im Grunde unterscheidet man hierbei zwischen Noppen- und Trackerplatten.

Noppenplatten weisen kleine Erhöhungen aus, in welche die Rohre hineingedrückt werden. Trackersystem hingegen besitzen Klammern, um die Rohre zu befestigen. Schlussendlich befindet sich noch eine Dämmschicht im Boden.

Fußbodenheizung NoppenplattenFußbodenheizung Trackerplatten

 

Durch die Heizrohre wird also Warmwasser geleitet, welches den umliegenden Estrich und anschließend den Bodenbelag aufheizt. Der Betrieb erfolgt wie auch bei einem Heizkörper durch eine Gas-, Holz-, Wärmepumpen– oder Solarheizung. Diese initiieren die Warmwasserbereitung und das erwärmte Wasser wird anschließend durch die Rohre gepumpt.

Fußboden-Systeme

Unterschiedliche Ansätze gibt es bei der Art der Verlegung einer Fußbodenheizung. Diese kann

  • mäanderförmig (=in gleichen Rohabständen),
  • modulierend (=in verschiedenen Rohrabständen)
  • oder bifilar (=Schneckenförmig) passieren.

Fußbodenheizung - Arten der Verlegung / Kocer

Bei ersterer Variante, der Mäander-Form, werden die Warmwasserleitungen in Schlangenlinien im Boden verlegt. Empfehlenswert ist dies allerdings nur bei kleinen Räumen, wo wenig Wärmebedarf herrscht. Grund dafür ist, dass die Wärmeabgabe hierbei unterschiedlich ausfällt.

Bifiliar bedeutet, dass die Rohre schneckenförmig bzw. spiralförmig ausgerichtet werden. Der Vor- und Rücklauf liegt nebeneinander, wodurch die Wärmeabgabe gleichmäßig erfolgen kann.

Jedoch wird in der Praxis meist die modulare Variante der Fußbodenheizung bevorzugt. Um eine besonders gleichmäßige Verteilung der Wärme zu garantieren, werden die Rohre mit verschiedenen Abständen verlegt. Dabei wird der tatsächliche Wärmebedarf ermittelt und je nachdem werden schließlich die Leitungen angeordnet. Der höchste Wärmebedarf ergibt sich meist an Türen, Fenstern und der Außenwand.

Nass- oder Trockensystem?

Bei Fußbodenheizungen differenziert man des Weiteren zwischen dem Nass- und dem Trockensystem.

Das Nasssystem bezeichnet die Einlagerung der Heizrohre in Estrich. Diese werden also vom flüssigen Material ummantelt und anschließend der Boden darüber gelegt. Bei Neubauten wird häufig auf die Variante gesetzt, wenn der Fußboden angelegt wird. Die Installation ist vergleichsweise günstig und mit keinem großen Aufwand verbunden. Auch bezüglich der Wärmeübertragung und Speicherung ist die Verwendung von Estrich zu empfehlen.

Das Trockensystem besteht aus einer Dämmschicht, die unterhalb des Bodenbelags liegt. Für Altbauten und Modernisierungen macht dieses System mehr Sinn, da die Integration eines Nasssystems hohe Kosten und Aufwand bedeuten würde.

Weitere Möglichkeiten der Fußbodenheizung

1. Elektrische Fußbodenheizung mit Heizfolien

Selbstverständlich eignet sich auch Strom, um einen Raum zu heizen. In diesem Fall setzt man auf Folien aus Graphit- oder Carbonschicht und Kupferbändern, welche den Strom leiten. Sie werden direkt unter den Bodenbelag verlegt und können bei Bedarf auch einfach wieder entfernt werden. Dieser Aspekt macht den Einsatz für einen Mieter sehr vorteilhaft.

Großer Minuspunkt: Diese Art der Fußbodenheizung ist nicht billig. Diese Tatsache läuft meist auf die alleinige Nutzung in Badezimmern hinaus, wo sich Fußbodenheizungen am meisten rentieren und als besonders angenehm empfunden werden.

2. Infrarotstrahlung

Zusätzliche Paneele ermöglichen eine Kombination mit Infrarottechnik. Dies bietet sich vor allem bei erhöhtem Heizbedarf an, wenn die Fußbodenheizung nicht ausreichen sollte. Auch kann somit der Gefahr durch Schimmelbildung entgegengewirkt werden. Oft findet man diese Art der Heizung in Form von Handtuchhaltern im Badezimmer wieder.

3. In Kombination mit einer Wärmepumpe

Die Kombination von Fußbodenheizung und Wärmepumpe erweist sich als besonders effizient. Die Fußbodenheizung überträgt die erzeugte Wärme der Wärmepumpe ideal. Im Vergleich muss die Pumpe bei Heizkörpern oftmals mehr Aufwand betreiben, was einen höheren Stromverbrauch und steigende Kosten mit sich führt. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass ähnliche Wassertemperaturen genutzt werden. Eine Fußbodenheizung benötigt in der Regel etwa 30°C, während die Temperatur bei Radiatoren fast doppelt so heiß sein muss.

Die Wahl des Bodenbelags

Etwaige Befürchtungen bezüglich des Materials des Bodenbelags können beseitigt werden: Prinzipiell sind der Wahl des Bodenbelags keine Grenzen gesetzt. Einzig der Wärmedurchlasswiderstand sollte beachtet werden.

Natürlich eignen sich bestimmte Materialien mehr als andere, was aber nicht bedeutet, dass Sie wirkliche Einschränkungen erwarten. Besonders vorteilhaft sind Naturmaterialien, wie etwa Holz, Keramik, Stein, Kork oder auch Teppiche. Diese leiten und speichern die erzeugte Wärme außerordentlich gut.

Am besten sollte die Entscheidungen aber mit einem Fachmann besprochen werden, der Sie eingehend zu dieser Thematik beraten kann. Falls Sie Fragen hierzu haben, können Sie uns gerne kontaktieren. Unsere speziell ausgebildeten Mitarbeiter sind mit der Materie bestens vertraut!

Tipp: Bei elektrischen Heizungen sollten Sie eher auf Parkett oder Laminat setzen, welche sich hier besser eignen als Stein- und Fliesenböden.

Vorteile der Fußbodenheizung

Die zahlreichen Vorteile einer Fußbodenheizung finden Sie hier im Überblick:

  • Gleichmäßige Raumwärme (Flächenheizung), welche die Nachteile eines herkömmlichen Heizkörpers ausgleicht
  • Wirkt Schimmelbildung entgegen
  • Kaum Wärmeverlust
  • Unkomplizierte Installation vor allem bei Erstbezug (Neubau)
  • Ästhetischer Aspekt – „unsichtbares System“
  • Niedrige Vorlauftemperatur vonnöten
  • Effiziente Wärmespeicherung vor allem bei Estrich
  • Gesundheitlicher Aspekt: weniger Staub aufgewirbelt (besonders für Asthmatiker vorteilhaft)
  • Eignet sich ideal für Kombination mit Wärmepumpe (ähnliche Wassertemperaturen)

Fußbodenheizungen erwiesen sich bereits im alten Rom als effizientes Heizsystem. Die Vielzahl an Vorteilen und Möglichkeiten der Ausführung sprechen heute eindeutig für sich.

Nachteile der Fußbodenheizung

Die Vorteile der Fußbodenheizung überwiegen die Nachteile ohne Zweifel. Dennoch sollten ein paar Contras genannt werden, die teils auch vom Heizungstyp abhängig sein können.

  • Vergleichsweise teure Anschaffung (speziell im Falle von Nachrüstung)
  • Aufwändige Reparaturen, weil das System schwer zugänglich ist
  • Hohe Stromkosten bei elektrischen Fußbodenheizungen
  • Schnelle Temperaturveränderungen kaum möglich

Fußbodenheizung nachrüsten?

Durch das Nachrüsten einer Fußbodenheizung müssen Rohre unter dem Bodenbelag verlegt werden. Besonders im Altbau oder in Mietwohnungen im Vergleich zum Hausbau, wo das System von Anfang an eingeplant wird, stellt sich die Thematik also durchaus etwas schwieriger heraus.

Die unkomplizierteste Möglichkeit ist es, eine elektrische Fußbodenheizung trocken zu verlegen. In diesem Fall kann das System sogar auf einen bestehenden Belag aufgebracht werden. Vorsichtig muss man dann nur bei Türschwellen vorgehen, hier darf der Boden nicht höher werden! Die Heizfolien sind aber durchaus dünn konzipiert, sodass dies selten zum Problem wird. Diese Option empfiehlt sich allerdings nur für einzelne Räume, da wie bereits erwähnt ein hoher Stromverbrauch damit verbunden ist.

Wasserrohre im gesamten Haus bzw. der Wohnung zu verlegen gestaltet sich im Aufwand hoch. Im Zuge der Arbeiten sollte besonderes Augenmerk auf die Dämmerung geworfen werden. Das beste System erweist sich dennoch als ineffizient, wenn ein Großteil der Wärme aufgrund von unzureichender Dämmung nach außen geleitet wird und somit verloren geht.

Die Thematik Fußbodenheizung nachrüsten verlangt Expertise und sollte daher ein Profi überlassen werden, damit es im Nachhinein zu keinen unerwarteten Problemen kommt.

 

Mit einer Fußbodenheizung sind Sie in den kalten Monaten bestens beraten. Profitieren Sie von angenehmer Raumwärme und einem effizienten System, welches zudem eine unkomplizierte Installation im Neubau verspricht!

Sie haben Fragen oder Anliegen und möchten dies mit einem unserer Installateure in Wien besprechen? Kontaktieren Sie uns, wir beraten Sie gerne!

Mit dem umfangreichen Service von Kocer garantieren wir für eine schnelle und unkomplizierte Umsetzung Ihrer Wünsche!